Heute ist es kaum vorstellbar, dass Nestlé die grundlegende Technik für seine Nespresso Kapselmaschinen bereits in den Siebzigerjahren entwickelte, als in den deutschen Haushalten gerade erst die normale Filterkaffeemaschine ihren Siegeszug antrat. Schon 1986 wurden dann in Zusammenarbeit mit den Kaffeespezialisten von De’Longhi und Krups auch erste Kapselmaschinen angeboten. In der Schweiz, Japan und selbst in der traditionsbewussten Kaffee-Nation Italien waren die Kaffeekapseln bald ein Erfolg. Der Rest der Welt musste allerdings noch einige Zeit warten, bis auch sie in den Kaffeegenuss aus Kapseln kommen konnten. Im neuen Millennium platzierte man die Maschinen und die Marke Nespresso schließlich als angesagtes Lifestyle-Produkt und machte sie mit Werbeträger George Clooney weltweit populär. Der Erfolg der hochpreisigen Kapseln ließ den Markt bald wachsen. Andere Hersteller erschienen mit für Nespresso-Maschinen kompatiblen Kapseln und in einem Kapselmaschinen Test finde ich längst auch alternative Systeme wie Cafissimo von Tchibo, Tassimo aus dem Hause Kraft oder die von Nestlé selbst aufgelegte Nespresso-Alternative Dolce Gusto.

Was ist eine Kapselmaschine?

Im Kern arbeiten alle diese Systeme nach dem gleichen Prinzip. Ich lege meine Kaffeekapsel in ein passendes Gerät ein und verschließe dieses. Dabei wird die Kapsel oben und unten geöffnet, damit das heiße Wasser, das auch hier mit Druck weitergepumpt wird, das Kaffeepulver erreichen und durchströmen kann. Kapselmaschinen nutzen dabei einen ungewöhnlich hohen Druck von 19 Bar, den selbst viele Kaffeevollautomaten nicht erreichen. Im Kapselmaschinen Test zeigen die Geräte vor allem eine besonders feste und dicke Crema. Mancher meint auch, dass mit dem Kapselprinzip eine einzigartige geschmackliche Verfeinerung erzielt wird, die sich leicht mit Kaffeevollautomaten oder anderen Siebträgermaschinen messen kann. Tatsächlich haben Kapseln gewisse Vorteile bei der Bewahrung des Kaffeearomas. Im Kaffeevollautomaten beispielsweise ist der Bohnenvorrat Luft und Gerätewärme ausgesetzt, was sich bei längerer Lagerung negativ auf das Aroma auswirkt. Kapseln dagegen werden sofort nach dem Mahlvorgang luftdicht verschlossen und bewahren so ihr Aroma ohne Verlust bis zur Zubereitung bei mir zu Hause.

Wann nehme ich eine Kapselmaschine?

Kapselmaschinen sind ebenfalls eher etwas für den geschmacksbewussten gelegentlichen Kaffeetrinker. Sie könnten aber auch neben einer normalen Filtermaschine stehen, wenn ich mir ab und an einfach mal einen anderen, mitunter ausgefallenen Kaffeegeschmack gönnen will. Trinke ich viel und ausschließlich Kaffee aus Kapselmaschinen wird das aber ein recht teures Vergnügen. Einzelne Kapseln direkt vom Marktführer Nespresso kosten bis zu 40 Cent und selbst günstige Varianten vom Discounter schlagen noch mit fast dem halben Preis zu Buche. Benötige ich schnell viel Kaffee auf einmal, sind Kapselmaschinen ebenso unpassend, da sie immer nur einzelne Getränke zubereiten können. Selbst zu zweit muss man sich hier also schon einigen, wer morgens zuerst seinen Wachmacher neben dem Frühstücksteller serviert bekommt.

Unterschiede der Kapselmaschine zu anderen Kaffeemaschinen

Ein genauer Blick auf die Geräte im Kapselmaschinen Test offenbart viele Gemeinsamkeiten mit Kaffeepadmaschinen und auch Kaffeevollautomaten. Der hohe Arbeitsdruck, den Kapselmaschinen regelmäßig entwickeln, hebt die Geräte dann deutlich von den anderen Kaffeemaschinen ab. Ob sich daraus aber tatsächlich ein Vorteil für den Kaffeegeschmack ergibt, ist eher eine Glaubensfrage, als dass ich dafür tatsächliche Belege finden könnte. Unstrittig ist dagegen der Kostenunterschied von Kapselmaschinen zu anderen Kaffeemaschinen-Arten. Das beginnt schon mit dem Anschaffungspreis für die Maschine. Bereits die einfachen Maschinen der Systeme Tassimo oder Dolce Gusto kosten deutlich über 50 Euro, für eine Nespresso-Maschine mit ansprechendem Design kann ich auch leicht an die 300 Euro ausgeben und lande dann schon auf einem Preisniveau, wo erste Kaffeevollautomaten verkauft werden.

Vorteile von Kapselmaschinen

Wenn mir bewusst ist, dass ich mir mit einer Kapselmaschine einen ziemlichen Luxus beim Kaffeetrinken gönne, bieten mir die Geräte im Kapselmaschinen Test auf der anderen Seite aber auch viele Vorteile:

– exzellente Kaffeequalität von Espresso bis Cappuccino
– außergewöhnlich feste Crema
– große Auswahl an Kaffeespezialitäten
– sehr schnelle Zubereitung
– kompakte Geräte, die auch bei wenig Platz in der Küche immer passen
– dank vieler kompatibler Kapseln von Drittanbietern große Auswahl und kein Lock-in-Effekt, der mich an ein teures Herstellermonopol binden würde

Am Ende sehe ich also, dass mir alle Kaffeemaschinen – Filtermaschine, Kaffeevollautomat, Padmaschine und Kapselmaschine – jeweils einige besondere Vorzüge bieten können. Maßgeblich bei der Auswahl der passenden Kaffeemaschine ist wie so oft meine persönliche Nutzung, also hier mein durchschnittlicher Kaffeekonsum. Möchte ich eine Kaufentscheidung aber nicht nur mit theoretischen Überlegungen, sondern einem Geschmacksvergleich unterschiedlicher Kaffeemaschinen und -systeme treffen, wird es leider immer etwas schwierig. Dies ist so in nahezu keinem Geschäft möglich, weil die Maschinen dort fast ausschließlich ohne Funktion aufgebaut sind. Somit hat der Handel auch keinen echten Vorteil gegenüber dem Onlinekauf von Kaffeevollautomaten und anderen Kaffeemaschinen zu bieten. Hier empfehle ich immer, sich im Freundes- oder Familienkreis umzuhören. Dort dürfte fast immer jeder Kaffeemaschinen-Typ vorhanden sein und meist besteht auch die Möglichkeit, sich die Geräte näher anzusehen oder eine Probier-Tasse zu trinken.